Montag, 17. Juli 2017

Wann verschwindet die Angst?


Eben noch ging es mir gut, ich habe mich frei gefühlt. Frei von Sorge. Doch dann rückt ganz plötzlich wieder eine dicke schwarze Wolke näher. Immer näher. Über mir bleibt sie stehen. Sie nimmt mir das Licht, die Zuversicht. Ich sitze unter der Wolke und alles um mich herum wird dunkler und dunkler. Ich habe Schwierigkeiten hinter der Wolke noch ein paar Sonnenstrahlen zu erblicken und noch mehr Schwierigkeiten habe ich damit, die Wolke los zu lassen. 

Meine Angst ist wie diese dunkle Wolke. Ganz plötzlich taucht sie auf, bleibt für unbestimmte Zeit und dann verschwindet sie wieder. Aber wann verschwindet sie für immer? Vermutlich nie! Ich weiß, dass die Angst um meine Gesundheit, um mein Leben mich immer begleiten wird. Seit meiner Erkrankung noch viel intensiver als vorher. Aber ich möchte das nicht. Ich möchte nicht, dass die Angst mich immer wieder aus der Bahn wirft!!

Die letzten Wochen ging es mir wirklich gut. Körperlich und psychisch. Ich habe mich richtig wohl gefühlt und sogar noch mit meiner Psychoonkologin darüber gesprochen, dass ich momentan frei von Sorge vor einem Rezidiv bin. Aber kaum hatte ich es ausgesprochen, plagten mich am darauffolgenden Tag Kopfschmerzen, Druck auf dem Auge und vor allem permanente Müdigkeit. Eine knappe Woche hielt es an und vor allem die Müdigkeit beunruhigte mich. Auch überkam mich immer wieder eine kurze Hitzewelle. Die Müdigkeit, die Hitzewallung und die Antriebslosigkeit erinnerten mich zu sehr an die Zeit während der Chemotherapie. Die Erinnerungen kamen wieder hoch und somit die Angst. Zumal Müdigkeit ja auch ein Anzeichen einer Krebserkrankung ist... aber was istt laut Dr. Google kein Zeichen für eine Krebserkrankung!? Nichts.... richtig. Alles deutet laut Dr. Google auf eine Krebserkrankung hin. So ein Blödsinn!! Und dennoch war bzw. bin ich beunruhigt.

Meine Müdigkeit ist nach ein paar ausgiebigen Schlafeinheiten am Wochenende etwas weniger geworden und auch die Kopfschmerzen sind weg. Dennoch überkommt mich immer wieder ein ungutes Gefühl. Heute Mittag hatte ich keinen Appetit und habe meinen Teller nicht leer gegessen. Sehr, sehr untypisch für mich... trotzdem sollte das keine Angst in mir hervor rufen. Tat es aber. Appetitlosigkeit? Gewichtsverlust? Wieder ein Anzeichen für eine Krebserkrankung. Das macht mich wahnsinnig!! Wie komme ich aus dieser negativen Gedankenspirale wieder heraus? Ich habe leider noch keine Antwort darauf. Ich hoffe nur, dass ich sehr bald eine finde, denn die Angst und die Sorge tun mir nicht gut. 

Wenn jemand Erfahrung damit und vielleicht ein paar gute Tipps hat, würde mich mich sehr über einen Kommentar oder eine Nachricht freuen. Danke schön.

Montag, 26. Juni 2017

Das Schicksal ist ein mieser Verräter


Bei dem Titel handelt es sich nicht nur um ein wunderbares, wenn auch fürchterlich trauriges Buch, sondern auch um das wahre Leben. Schon wieder ist ein so wunderbarer Mensch von uns gegangen. Ein junges Mädchen, das ich letztes Jahr in der Reha kennen gelernt habe. Ein Mädchen mit so viel Mut und Kraft und Lebensfreude. Und doch hat sie den Kampf gegen den Krebs verloren. Das Schicksal ist wirklich ein mieser Verräter!!

Es ist schrecklich zu sehen, dass gerade mal ein Jahr nach meiner Reha, schon die Fünfte gestorben ist, die ich dort kennengelernt habe. Der fünfte junge Mensch, der den Kampf verloren hat. Jedes Mal erschüttert es mich aufs Neue, denn jedes Mal erinnert es mich auch an meinen eigenen Schicksalsschlag und jedes Mal muss ich mir sagen, dass es mir gut geht. Dass ich gesund bin. Und dennoch macht es mir jedes Mal sehr zu schaffen. Es ist so schrecklich und so ungerecht, dass so junge und tapfere Menschen sterben müssen.

Ich sende dir einen ganz lieben Gruß in den Himmel und wünsche mir so sehr, dass es dir dort besser geht. Du bist eine so tolle junge Frau gewesen und ich bin sicher, dass du jetzt oben auf einer Wolke tanzt und von dort aus auf deine Lieben Acht gibst. Ich werde dich nie vergessen!!



Auszeit in der Winkelwaldklinik

Nachdem ich letztes Jahr 4 Wochen in der Reha in Bad Oexen war, hatte ich zunächst kein Interesse mehr an einer weiteren Reha. Und dennoch kam mir in letzter Zeit immer wieder der Gedanke an eine weitere Reha. Ich möchte fast sagen, dass mein Verlangen nach einer Auszeit immer größer wurde. Eine Auszeit von meinem doch wieder sehr anstrengend gewordenen Job. Eine Auszeit vom Alltag. Eine Auszeit von meinen oftmals negativ um die Krankheit herum schwirrenden Gedanken. Eine Auszeit.

Meine Onkologin hat meinen Wunsch auf eine weitere Reha befürwortet und wir haben einen entsprechenden Antrag gestellt. Ein paar Wochen später kam dann endlich die Bestätigung der Deutschen Rentenversicherung und Post aus dem Schwarzwald. Genauer gesagt aus der Winkelwaldklinik. 


Ehrlich gesagt hat mich der Gedanke, drei Wochen alleine im Schwarzwald zu verbringen, etwas abgeschreckt, aber kurz nachdem ich dort angekommen bin, waren meine Zweifel wie weggeblasen. Die Klinik liegt irgendwo im Nirgendwo und es ist herrlich idyllisch. Ich hatte ein wunderschönes und großes Zimmer mit einem tollen Ausblick und einem kleinen überdachten Balkon. Das Personal hat mich sehr freundlich begrüßt und mein dort für mich verantwortlicher Onkologe war mir vom ersten Augenblick an sehr sympathisch. Er hat auch gleich erkannt, dass mein Problem heute, ein Jahr nach Ende meiner Therapie, weniger mein Körper als vielmehr mein Kopf ist. Mein psychischer Zustand. Das Leben, das einen nach der Erkrankung erwartet. 

Ich habe jeden Tag dieser drei Wochen so sehr genossen. Viel mehr als es mir letztes Jahr möglich gewesen ist. Letztes Jahr war ich direkt nach der Therapie in der Reha und hatte somit weder Abstand, noch die Möglichkeit, die schrecklichen Erfahrungen zu verarbeiten. Aber heute, ein Jahr später, ist mir das so viel besser gelungen. Ich wusste, wie gut diese Auszeit tun kann. Ich wusste, wie schön es ist, sich drei Wochen lang um nichts kümmern und um nichts sorgen zu müssen. Nur um mich selbst. Diese drei Wochen gehörten nur mir und ich habe es so sehr genossen. Handy aus und den Alltag hinter sich lassen. Es war eine wirklich tolle Erfahrung.


Am wohltuendsten war meine Zeit draußen. Draußen an der frischen Luft, draußen im Wald. Ich war jeden Tag unterwegs. Früh morgens, noch vor dem Frühstück. In der Mittagspause. Vor dem Schlafengehen. Alleine oder mit ein paar anderen. Es war so herrlich und beruhigend. Einfach die Gedanken schweifen lassen und die Natur genießen. Und dort im Schwarzwald habe ich sogar das Nordic Walking kennen und lieben gelernt. Ich habe mir Stöcke ausgeliehen und war jeden Tag unterwegs.

Aber neben meinen täglichen Läufen an der frischen Luft, war natürlich auch das Therapieangebot der Winkelwaldklinik sehr abwechslungsreich und spaßig. Yoga, Pilates, Zumba, Step Aerobic und QiGong. Rückengymnastik, Aqua Gymnastik, Ausdauer- und Krafttraining. Kunsttherapie, Progressive Muskelentspannung und Autogenes Training. Ergo- und Physiotherapie, Massagen und natürlich Einzelgespräche bei Psychologen. Auch gab es viele Gesprächsgruppe und Vorträge zu verschiedenen Themen. Es war wirklich für jeden das Richtige dabei und auch hier waren wieder sehr gute und nette Therapeuten am Werk.

Drei Wochen habe ich wirklich Vollgas gegeben, jeden Tag genossen und mein Ding gemacht. Ich war so ausgeglichen und zufrieden. Die Gespräche mit der Psychologin, die wirklich absolut spitze war, haben mir so viel Kraft gegeben. Ich habe mich gut gefühlt und war voller Hoffnung, dass ich die neu gewonnene Energie mit zurück in den Alltag nehmen kann. 

Auch wenn ich ursprünglich keine weitere Reha machen wollte, war das eine meiner besten Entscheidungen. Eine so wunderbare und Kraft schenkende Zeit, die ich nicht mehr missen möchte und die ich jedem nur ans Herzen legen kann. Gönnt euch die Zeit und genießt sie. Es ist eine so wertvolle Erfahrung und das haben wir uns verdient!!

Samstag, 8. April 2017

Tendenziell phobisch, hypochondrische Tendenzen

In den letzten Wochen hatte ich immer wieder ein ungutes Gefühl im Bauchraum. Ein starkes Völlegefühl. Mal in der Magengegend, mal etwas tiefer, wo der Darm sitzt. Das Völlegefühl machte mir das Atmen oft schwer und ich war schnell am Schnaufen, wenn ich die Treppe lief. Ich fühlte mich daher zunehmend unwohler und hinzu kamen Schmerzen im Bauchraum.

Ich habe versucht mich damit zu beruhigen, dass die Magenprobleme vom Kopf kommen, weil ich momentan so unruhig bin und einige Rezidive im Umkreis diagnostiziert worden sind. Sogar Lymphom-Rezidive, was mir, ehrlich gesagt, ein wenig den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Ich könnte auch ganz einfach sagen, dass ich wirklich Angst hatte!!

Aber die Beschwerden ließen nicht nach, sodass ich dann doch zu meinem Hausarzt gegangen bin. Dieser hat meinen Bauch abgetastet und festgestellt, dass alles ziemlich verhärtet und voll mit Luft ist. Dadurch entsteht das Völlegefühl und in Kombination mit meinem Zwerchfellhochstand drückt das natürlich auch auf die Lunge. Klingt plausibel. 

Mein Arzt verschrieb mir etwas für den Magen und fragte zudem, ob ich evtl. meine Ernährung verändert habe. Er suchte nach einer Erklärung. Das musste ich jedoch verneinen und er war sich sicher, dass irgendetwas anders sein müsse. Ich habe ihm dann von meinen Rezidivängsten erzählt und er nickte verständnisvoll und versuchte mich etwas zu beruhigen. Danach machte er sich ein paar Notizen in seiner Akte und las laut "Tendenziell phobisch, hypochondrische Tendenzen". Ehm... bitte was? Ich lachte und fragte ihn, ob das ein Witz sei!? Ich muss dazu sagen, dass ich wirklich gut mit meinem Arzt klar komme und er auch immer sehr humorvoll ist. Ich sagte ihm, dass ich seine Notiz zwar nicht leugnen kann, aber ob es denn wirklich nötig sei, dass er es schriftlich festhält. Nun ja... wir haben dann noch ein paar Witze darüber gemacht, aber der Eintrag blieb bestehen. Er hat ja auch vollkommen Recht: natürlich ist das eine Angststörung, wenn ich bei jedem Wehwehchen Angst vor einem Rezidiv habe. Aber etwas unangenehm war es trotzdem.

Wir haben zur Absicherung dann auch nochmal ein Blutbild gemacht, das glücklicherweise auch unauffällig war. Das hat mich dann wirklich etwas beruhigt und mir geht es auch schon wieder deutlich besser. Ob die Medikamente, das gute Blutbild oder die physiotherapeutische Behandlung die Besserung herbeigeführt haben, das weiß ich nicht. Das ist mir gerade auch egal.

Und wisst ihr, was ich jetzt mache? Jetzt verabschiede ich mich erstmal in eine dreiwöchige Reha und wenn ich wiederkomme, dann steht die nächste große Nachsorge in der Uniklinik an.

Donnerstag, 23. Februar 2017

Su lang mer noch am lääve sin...

Um es mit den Worten von der kölschen Band Brings zu sagen: "Su lang mer noch am lääve sin, am laache, kriesche, danze sin, su lang - mer noch am lääve sin". Kölle Alaaf!!

Eigentlich hätte ich heute gleich zwei Gründe zu feiern: Weiberfastnacht in Köln und heute vor einem Jahr habe ich meine letzte Bestrahlung bekommen. Therapieende!

Aber irgendwie ist mir heute nicht zum Feiern zumute. Die ganze letzte Zeit schon nicht. Aus meinem Reha-Bekanntenkreis jagt ein Rezidiv das nächste. Auch Todesfälle gab es schon drei. Das ist so erschreckend mit anzusehen und macht mir oft schreckliche Angst. Ich weiß zwar, dass keine Diagnose wie die andere ist und ich mich nicht mit den anderen vergleichen kann, aber trotzdem habe ich oft einfach nur Angst und finde alles richtig beschissen. Vor allem momentan... seit dem auch eine mittlerweile sehr gute Freundin auf den leider schlechten Befund aus der Nachsorge wartet. Ich kann momentan kaum abschalten, ständig kreisen meine Gedanken. Der psychische Stress löst bei mir auch einige körperliche Beschwerden aus: durch die Anspannung ist mein gesamter Körper verspannt, alles tut weh. Ich kann mich kaum bewegen. Mein Brustkorb fühlt sich an wie zugeschnürt, ich bekomme schlecht Luft. Hier ein Husten, da ein Husten. Der Magen ist gereizt und fühlt sich permanent voll an. Ich weiß, dass ich mir den Stress selber mache, aber ich kann es auch nicht verhindern. Ich muss versuchen möglichst ruhig zu bleiben.

Auch vorhin wollte ich wirklich gerne ausgelassen Karneval feiern. Ich war auf einer tollen Party, aber ich konnte mich einfach nicht fallen lassen. Die laute Musik, die vielen Leute. Ich habe gedacht, ich drehe jeden Moment durch. Der Bass der Live-Bands dröhnte durch meinen Körper, mein Herz raste. Laut gegen die Musik sprechen kann ich nicht, da versagt meine Stimme, die bricht einfach weg. Kohlensäure brennt in meiner Speiseröhre und jeder Bissen ist zu viel. Zu Hause angekommen rollten mir erstmal zwei Tränchen über die Wangen, denn das macht mich traurig.

Am liebsten möchte ich zur Uniklinik fahren und um meine nächste Nachsorge bitten. Ich möchte wissen, dass alles in Ordnung ist. Aber ich habe erst Halbzeit. Erst in drei Monaten habe ich wieder Nachsorge. Bis dahin ist noch viel Zeit. Und diese Zeit möchte ich genießen. Ich möchte frei sein. Ich möchte leben. Ich möchte mich am Leben erfreuen. Und deshalb treffe ich mich jetzt erstmal mit ein paar Mädels zu einem schönen Abend.

Freitag, 23. Dezember 2016

Ein Weihnachtsfest voller Liebe


Letztes Jahr um diese Zeit habe ich sehnsüchtig auf das Ergebnis des PET CTs gewartet. Ich habe mir von ganzem Herzen gewünscht, dass die Krebstherapie vorbei ist. Die Chemotherapie war sehr anstrengend und auf eine Bestrahlung wollte ich gerne verzichten. Doch leider ließ das Ergebnis auf sich warten. Versprochen wurde mir das Ergebnis noch vor den Weihnachtstagen, aber leider erhielt ich die Nachricht, dass ich mich noch gedulden müsse. Daher verbrachte ich das Weihnachtsfest in Ungewissheit. Erst kurz vor Silvester erhielt ich den Anruf aus der Uniklinik und leider erhielt ich auch nicht die Nachricht, die ich mir so sehr gewünscht habe. Das PET CT ließ noch eine Restaktivität des Tumors vermuten, sodass mir eine Bestrahlung empfohlen wurde. Die Nachricht hat mich erstmal wieder in eine tiefes Loch fallen lassen. Ich wollte die Krebstherapie abschließen. Ich wollte nicht zur Bestrahlung. Ich hatte Angst vor den Nebenwirkungen der Bestrahlung. Ich wollte gesund sein. Ich wollte wieder zurück in den Alltag. Aber mein Alltag bestand zunächst daraus, dass ich mehrere Wochen täglich zur Bestrahlung muss.

Heute, ein Jahr später, sitze ich nahezu gesund und munter auf dem Sofa und blogge über das vergangene Jahr. Mein Leben mit Krebs. Heute sind die Fäden von meiner Port-Explantation gezogen worden und jetzt kann ich ein weiteres Kapitel abschließen und mich auf die Weihnachtsfeiertage freuen.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen wunderbare Tage, die ihr hoffentlich im Kreise eurer Familie und Freunde verbringen dürft. Genießt jeden Moment. Seid dankbar. Schenkt euch Liebe.

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Bye bye, mein Port

Mein Port hat mir das letzte Jahr über treue Dienste geleistet. Ich bin so froh, dass ich ihn letztes Jahr habe implantieren lassen. Auch wenn er hin und wieder gezwickt hat und ich ihn täglich mindestens 200x angefasst habe, hat er mir die Chemotherapie deutlich angenehmer gemacht. Danke meine lieber Port... aber jetzt: bye bye!

   

Die Tage vor der Port Explantation waren unerwartet schwierig für mich. Eigentlich sollte es doch ein Grund zur Freude sein, dass er endlich entfernt werden kann. Stattdessen war ich etwas deprimiert und sehr emotional, sprich schnell am Weinen. Gestern Abend wurde mir auch bewusst, warum ich eventuell so empfinde: der Port kommt raus und eigentlich ist das ein besonderer Moment. Der Moment, in dem die Ärzte zunächst mit keinem Rückfall rechnen. Der Moment, wo eine weitere Erinnerung an die Chemotherapie entfernt wird. Der Moment, wo ich wieder nach vorne schauen sollte. Der Moment, wo vielleicht Worte wie "gesund" im Kopf herum geistern.

Aber genau davor habe ich Angst. Ich habe Angst davor mich wieder frei und gesund zu fühlen. Ich habe Angst davor, dass ein möglicher Rückschlag mich dann umso härter trifft. Ich weiß, dass ich so nicht denken sollte. Ich sollte nach vorne schauen und nicht zurück. Ich soll im Jetzt leben und jetzt geht es mir gut.

Und dann ging es los. Morgens bin ich wahnsinnig nervös in die Uniklinik. Ich hatte so Angst, weil die Port-Implantation eher zu den unangenehmen Erfahrungen gehörte. Aber tapfer bin ich auch dieses Mal wieder in meinem OP-Kittelchen auf die Liege gehüpft und wartete äußerst angespannt auf den Startschuss. Herein kam eine wahnsinnig nette Ärztin, in etwa mein Alter, und unterhielt sich ganz locker mit mir über Weihnachtsgeschenke. Die Schwester gab mir eine Beruhigungstablette, um die ich gebeten hatte und dann ging es auch schon los. Auch dieses Mal gab es wieder eine örtliche Betäubung und das war auch schon das unangenehmste an der ganzen OP. Während der ganzen OP haben wir uns total nett unterhalten und ich habe sogar gelacht. Unvorstellbar. Während ich unter dem OP-Zelt lag und die Ärztin operierte und den Port entfernte, unterhielten wir uns über Weihnachten, Beziehungen und hatten Spaß. Ich bin der Ärztin so unglaublich dankbar. Sie hat das so toll gemacht. Und obwohl die OP, wie mein Freund mich später darauf aufmerksam machte, statt der angepeilten 30 Minuten eine gute Stunde dauerte, verging die Zeit schnell und ich hatte keinerlei Schmerzen. Direkt nach der OP durfte ich wieder nach Hause. Am nächsten Tag sollte ich zur Kontrolle nochmal in die Uniklinik und 10 Tage später werden dann die Fäden gezogen. 

Endlich ist der Port raus. Wahnsinn!!